Knoten im roten Faden.

Die Zeit rennt und ich verwirrt hinterher. Im Grunde zerfließt sämtliche Zeit für mich unter der Hitze des Sommers und dem Alltag. Dazu kommen Chaoszustände, Dramen und Festivals. Ja, gut, die Festivals zählen nicht zu den weniger erfreulichen Dingen. Tja, und so liegt das langersehnte Hurricane Festival eine Woche zurück und  ist irgendwie auch ganz schön weit weg geschmolzen. Wie jedes Jahr ging die schönste Nebensache der Welt viel zu schnell vorbei. Dennoch: Tolle Bands durfte ich sehen, welche die ich schon gesehen habe und sie mich erneut begeistert haben, Bands, die ich immer schon mal sehen wollte oder andere, die ich schlichtweg umgehauen haben, obwohl (oder gerade weil) ich wenig erwartete. Unsere kleine aber feine Reisegruppe war zwar nicht immer vollzählig formiert, aber sie war immer in Häppchen zusammen unterwegs- Was ich 2009 also genossen hatte, ging dieses Jahr weiter. Also dann, Dockville ahoi? Workaholic Schüli wartet noch auf den Bescheid, ob er Urlaub bekommt, oder nicht. Wie bereits beim Hurricane heisst es für mich zittern- Vorallem, weil ich leider derzeit nicht unbedingt auf meine  Zuverlässigkeit (und die der Anderen) bauen kann. Ok, das ist meine eigene Schuld. Bei zwei Jobs aber auch nicht immer ganz einfach. Alles, was ich versuche, minutiös zu planen, will mir irgendwie nicht gelingen. Ich vermisse die Spontanität und das Bestreben, auf alles zu scheissen. Man wird nicht jünger.

An dieser Stelle, quasi als Opener, möchte ich einen älteren Beitrag einbinden, um mir unnötige Worte zu sparen. Das Chaos, das ich eingangs angeschnitten habe, zieht sich wie ein roter Faden mit Knoten durch die Zeit zwischen Alltag und Alltag. Langjährige Pärchen trennen sich, andere auch, wieder andere kommen einfach nicht wieder auf den grünen Zweig und ich stecke mit dem Kopf im Sand mittendrin- Vielleicht sogar gern. Wo bleibt denn dann aber die Zeit für mich? Es ist ja nicht so, als hätte ich ein sorgenfreies und erfülltes Leben.  Ich arbeite mir den Arsch wund und komme weder zum Musizieren noch zum Nachdenken und nehme mir eine Auszeit. Ich habe nur eigentlich keine Zeit für so einen Unsinn. Mich überkommt gerade ein überforderndes Gefühl von Unsicherheit und Stress. Genau deshalb schreibe ich so gern. Meine Kollegin, mit der ich bei Job #2 das Büro teile, würde sagen, ich reflektiere mich und das sei gut. Dazu brauche ich Zeit und die nehme ich mir jetzt. Ok, später.

Am Samstag soll dann die Aufnahme-Feier steigen. Ich überlege, sie platzen zu lassen. Ich habe momentan einfach den Kopf woanders. (Ja, ich weiß, ihr habt es verstanden.) Dazu kommt, dass ich eine Spätdienstwoche habe und viele Leute, auf die ich gehofft habe, nicht kommen, weil ist nicht. Schade  eigentlich. Ich warte nun aber schon so lange auf ein Resultat á la EP, dass es mich gar nicht stört, wenn es noch etwas dauert. Mal sehen, die Entscheidung wird heute oder morgen fallen.

Deine Stimme hallt unendlich, versuche zu ordnen, was passiert- Beiße auf Granit. Irgendwie ist es mir egal.

Und jetzt versuche ich nur noch rauszufinden, ob ein Knoten  im roten Faden gut oder hinderlich ist. Bis auf Weiteres. Mit Vollspeed auf den Holzweg.

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