Oft kopiert und nie erreicht.

Montag ist ein Arschloch. Soviel steht fest und schwirrt mir immer im Kopf, wenn ich allmontäglich zurücklehne und zu schreiben beginne. In der letzten Zeit habe ich wieder unheimliche Lust, Zeilen zu schreiben. In meinem Kleinhirn gerinnen so viele Ideen und Zeilen, Songschnipsel und Melodien, Unausgesprochens und Kritisches, dass ich mir für die nächsten Tage eines vorgenommen habe: Endlich wieder einen Song schreiben, meine Abhandlung über den Verfall der deutschen Sprache weiterführen und bald beginnen, mein Motivationsschreiben für die Studienbewerbung zu beginnen. Fangen wir mit dem Song an. Unsere kleine aber feine und mitunter anstrengende Konzertreise nach Bremen zu Senore Matze Rossi war ein voller Erfolg. Durch den Regen kämpften wir uns durch Baustellen und Feierabendeverkehr, bis wir endlich den Tower erreichten. Nach kurzem Warten war Einlass. Irgendwie hatte ich einen größeren Club erwartet. Nunja, der Club entpuppte sich als urgemütliche Kneipe mit kleiner Bühne in der Ecke. Auch wenn das nun negativ klingt, war es nicht im Ansatz der Fall. Was gibt es schöneres, als musikalische Idole so privat zu sehen?! Die musikalischen Darbietungen wurden von einer wirklich guten kleinen Kapelle aus Bremen eröffnet. Sehr nervös saß das Duo namens DogsRunFree auf der Eckbühne und begann mit einer tollen Mischung aus Banjo, Gitarre und Gesang. Eigentlich finde ich, dass diese Kapelle trotz ihres tollen Konzerts nicht sonderlich supportgeeignet sind, weil sie weniger anheizen, sondern eher zum Zuhören zwingen- Zurecht! Einige wundervolle Lieder und sympathische Sprüche später betrat der feine Herr Rossi die Bühne und startete Solo. Ich war von der ersten Sekunde gefesselt und kam mir zeitweise wie ein Teenie vor, der sein Idol anhimmelt. Später kam dann die Band dazu, die wie erwartet sehr im Hintergrund operierte, aber keineswegs unbeachtet abgetan werden sollte. Alles war ein wenig unsortiert und genau das machte für mich den Charme dieses Konzerts aus. Mal war es der Ton, dann die Technik, an anderer Stelle war es der Einsatz. Die heimelige Stimmung erreichte den Höhepunkt. Gefühlt zu früh war es dann auch schon wieder vorbei. Das Fazit ist eindeutig; Ich wäre auch 400km gefahren, ich habe viel erwartet, alles anders aber besser bekommen und der ganze Abend inspirierte mich bin aufs letzte Hemd. Ich weiß jetzt endlich wieder, dass Liedermachen nicht immer wie Cat Stevens klingen muss. Danke.

Des Weiteren sprühe ich nur so vor Energie, etwas zu schaffen. Das gilt dafür, etwas zu erschaffen und auch etwas zu erledigen. Ich muss mich nur aufraffen. Ich will mal wieder Ordnung schaffen- Ordnung im Kopf, Ordnung in der Wohnung, Ordnung im Chaos. Aber was wäre Ordnung ohne Chaos und umgekehrt?! Ein grundsolides Durcheinander will ich gar nicht missen. Ich glaube, das würde in meinem Leben alles Plan laufen, wäre ich gänzlich unzufrieden. Andererseits wünsche ich mir eine solide Grundordnung, um nicht den Überblick zu verlieren. Mir geht es gut, keine Frage. Mich bringen nur einige Dinge nicht zum Rotieren, die mich sonst auf die Palme katapultiert hätten. Ich kann nur leider noch nicht differenzieren, ob es Ignoranz, Routine, Kapitulation, Verständnis oder die plötzlich erlangte innere Ruhe ist. Sinnbildlich passt dazu eine Zeile, die mir seit längerem in der Birne schlackert: “Ich reiße mir ein Bein aus und ziehe mir den Schuh an.” Denkt mal darüber nach. Beklagen mag ich mich dennoch nicht; Das steht mir nicht zu.

Abschliessend ein Video eines Mitgliedes unserer Reisegruppe, mit einem Titel, der passender nicht sein könnte.

post scriptum: Man beachte die neue Rubrik und beteilige sich.

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